Eportfolio: sammeln, auswählen, reflektieren

Über Mahara

Mahara wurde im Jahre 2006 gegründet und stellt das Ergebnis eines kollaborativen Projektes dar, das durch den e-learning Collaborative Development Fund (eCDF) der Kommission für Tertiäre Ausbildung (Tertiary Education Commission) Neuseelands finanziert wurde. Die Projektpartner/innen waren die Massey Universität, die Technische Universität von Auckland, das Offene Polytechnikum von Neuseeland und die Viktoria Universität von Wellington.

Mahara ist ein gut ausgestattetes elektronisches Portfolio, Weblog, Resume Builder- und Social Networking System, das darauf ausgerichtet ist, Benutzer und Benutzerinnen zu verbinden und Online-Communities zu schaffen. Mahara wurde entwickelt, um Usern und Userinnen Werkzeuge zur Gestaltung einer persönlichen und professionellen Lern- und Entwicklungsumgebung (learning and development environment) zur Verfügung zu stellen.

Mahara bedeutet 'denken' oder 'dachte' in der Sprache der Maori; dieser Name spiegelt einerseits die Hingabe der Projektmitarbeiter/innen zur Schaffung einer benutzer/innenorientierten Lern- und Entwicklungsanwendung wieder, die lebensbegleitendes Lernen fördert, andererseits den festen Glauben daran, dass technische Lösungen nur dann sinnvoll entwickelt werden können, wenn sowohl bildungspolitische als auch pädagogische Aspekte berücksichtigt werden.  

Mahara wird frei als Open Source Software zur Verfügung gestellt (unter der GNU Public License). Dies bedeutet kurz zusammengefasst, dass es Ihnen erlaubt ist, Mahara zu kopieren, zu verwenden und zu modifizieren, wenn Sie Folgendem zustimmen:

  • Stellen Sie den Quellcode anderen zur Verfügung;
  • modifizieren oder entfernen Sie nicht die ursprüngliche Lizenz und die Urheberrechte, und
  • verwenden Sie dieselbe Lizenz für jede Arbeit, die vom Mahara Projekt abgeleitet wurde.


Weitere Informationen unter http://mahara.org 

 

web2portfolio ist Teil von

Web 2.0 Write 

... web2write   

ist eine experimentelle Plattform zur Erkundung der Möglichkeiten und Grenzen von ePortfolio-Plattformen ....

... Gewidmet allen Identitätsarbeitern, Schein-Selbstständigen, genialen Dilettanten, Netzwerkern, Netzliteraten, Bloggern 

und proprietär Selbstbeschäftigten und Selbstständigen ...

oder, um es mit  Ramón Reichert zu sagen:

" Vor diesem Hintergrund ist es nicht 

verwunderlich, dass die mit dem Begriff der Arbeit konnotierte Identität oft in einen Zusam- 

menhang mit der Konzeption des Selbstmanagements gebracht wird. 61 Identitätsarbeit und 

die Fähigkeit zum Selbstmanagement gelten heute als unabdingbare Voraussetzungen für 

das Bestehen in den Arbeits-, Aufmerksamkeits- und Beziehungsmärkten überhaupt. Die 

in kurzer Zeit zur gesellschaftlichen Norm aufgestiegenen Fähigkeiten ›Selbsterfindung‹, 

›Kreativität‹ und ›Eigenmotivation‹ gelten als Bedingungen für wirtschaftliche Innovation 

und zählen zu den Schlüsselqualifikationen im individuellen Leistungsnachweis des Port- 

folios. Die institutionalisierte Rahmung der biografischen Selbstanerkennung des Subjekts 

durch das Online-Portfolio (auch: ePortfolio) mutet dem Subjekt eine Pluralisierung von 

Selbst- und Fremdwahrnehmungen zu: Im Herstellen des Portfolios soll sich das Subjekt 

›objektiv‹ beurteilen, seine subjektiven Stärken herausstellen und gleichzeitig durch ande- 

re evaluieren lassen. Im Verfertigen seines Portfolios soll »das Individuum eine Beziehung 

zwischen der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Lebensgeschichte herstellen, 

erworbene Erfahrungen in den bisher bestehenden Erfahrungsvorrat einfügen und mit 

ihm verknüpfen«. 62

 

aus: 

DIE KONSTELLATION VON WISSENS- 

TECHNIKEN UND SELBSTPRAKTIKEN IM 

WEB 2.0  

von Ramón Reichert (Linz) 

 

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Anmerkungen: 

61 Reichert, Ramón: Die Arbeit an 

sich selbst. Selbstmanagement 

in der Betriebsdemokratie. In: Lach- 

mayer, Herbert/Louis, Eleonore 

(Hg.): Work & Culture. Inszenierung 

von Arbeit. Klagenfurt: Ritter 

 1998, pp. 235-245.

 

  

62 Wittenhagen, Julia: Informell erwor- 

bene Qualifikationen – Alle Kompeten- 

zen bilanzieren. In: managerSeminare 

67 (2003), pp. 80-84, hier p. 80. 

63 Ibid.

 

  1001 Dank an Heinz  Krettek, der nicht nur unermüdlich das deutsche Sprachpaket für MAHARA entwickelt hat, die Plattform MAHOODLE ins Leben gerufen hat, sondern auch durch unermüdliche Support im Deutschen Forum es mir überhaupt erst möglich gemacht hat, MAHARA selbst als Dilettant auf einem Shared Server eingerichtet zu haben.

Heiko Idensen