Kultur- und geisteswissenschaftliche Text- und Wissensproduktion in
Netzwerken.
Interdisziplinäres Projekt an der Universität Hildesheim im
Fachbereich II (Kulturpädagogik) am Institut für Audiovisuelle Medien
(A.M.I.) [17]
Als fächerübergreifendes interdisziplinäres Projekt werden
wissenschaftliche Schreib-, Archiv- und Kommunikationsprogramme in der Praxis
erprobt, evaluiert, weiterentwickelt und adaptiert für
netzwerkunterstüzte Projekte, Seminare und Forschungsvorhaben im
Fachbereich Kulturpädagogik.
Das Projekt setzt sich zur Aufgabe, die interdisziplinären Arbeitsweisen[18] der verschieden Fächer
(Literatur/Theater/Medien, Bildende Kunst und Musik) durch intermediale
Transfer-Prozesse von Inhalten und Methoden in Hypertext- und
Multimedia-Systeme zu initiieren und zu verstärken (Netzwerk- und
CD-ROM-Publikation von literarischen und wissenschaftlichen Texten).
Darüber hinaus soll die Entwicklung von Netzwerk-Lehr-Modulen anhand
prototypischer Modelle einen Transfer multimedialer Netzwerk-Praktiken in
konkrete Einsatzbereiche der Lehre ermöglichen.
Langfristig sollen durch diese Förderung von Netzwerk-Kulturtechniken
Schnittstellenkompetenzen in medialen Anwendungsbereichen aufgebaut werden
zwischen ästhetischen Konzepten von Text- und Medien-Produktion und der
Praxis vernetzter elektronischer Produktions- und Publikationsweisen.
Über die Laufzeit von 2 Jahren werden Materialen (Texte, Hypertexte, Bild,
Audio- und Video-Daten) und Tools (Hypertext-Systeme, HTML-Werkzeuge und
Programme) in gezielten interdisziplinären Projekten, Workshops,
Lehrveranstaltungen und Symposien eingesetzt, erprobt und adaptiert.
Diese Entwicklungs- und Anwendungsprozesse werden in Kooperation mit
verschiedenen Kooperationspartnern ausführlich im Netz dargestellt,
kritisch beleuchtet und diskutiert.
Eine abschließende Buch/CD-ROM-Edition bewertet Praxis und Theorie dieser
Arbeitsprozesse im Kontext hypermedialer Lern- und Forschungsarchitekturen. Die
ergänzende CD-ROM macht sowohl die erarbeiteten Wissensbasen als auch die
entsprechend adaptierten Programme und Tools als Module zum allgemeinen
Gebrauch einer breiten Anwenderschicht in Lehre und Weiterbildung allgemein
verfügbar. Diese hybride Form der Dokumentation versteht sich selbst als
ein Modell für die angestrebten Synergie-Effekte zwischen klassischen
Lern- und Vermittlungsmethoden und den Herausforderungen durch die vernetzten
Hypermedien.
[17] Projektteam:
Heiko Idensen; Universität Hildesheim (A.M.I.)
Prof. Dr. Hügel; Dekan FB II (Institut für Medien und Theater)
Stefan Rodenberg, Heiko Spilker, Frank Kilian
Schwerpunkt Kulturwissenschaftliches Arbeiten im Netz
in
Zusammenarbeit mit:
Dr. Rolf Großmann; Universität Lüneburg, Rechenzentrum und
Kulturinformatik
Dr. Martin Warnke; Leiter Rechenzentrum Universität Lüneburg
Ästhetische Strategien in Multimedia und digitalen Netzen (Schwerpunkt Audio)
[18] Sämtliche kultur- und
geisteswissenschaftliche Disziplinen erhalten durch die Erweiterung ihrer
Schreib- und Diskurspraxis in die Netzwerke eine Chance, gegen die
Vorherrschaft der audiovisuellen Medien 'antreten' zu können und in den
vernetzten Wissensarchitekturen wichtige gesellschaftliche Vermittlungs- und
Kritikfunktionen zu übernehmen.
Die Studierenden und Lehrenden der kulturpädagogischen Fächer
erweitern ihre interdisziplinären Kompetenzen in ein neues Praxisfeld
hinein, das ein ideales Umfeld bietet für fächerübergreifendes
intermediales Arbeiten. Gleichzeitig können die komplexen Fragestellungen,
die sich zwischen den Verschaltungen der Netzwerkkultur und der Konstruktion
multimedialer Dokumente auftun, geradezu in idealer Weise mit einer Kombination
verschiedenster Methoden und Inhalte aus den unterschiedlichen Fächern
(Medien, Literatur, Kunst und Musik) bearbeitet werden. Die starke Ausrichtung
der Kulturpädagogik insgesamt auf eine Theorie-Praxis-Verbindung findet in
den multimedialen Environments der Netzwerke ein neues Betätigungsfeld.
Das Projekt Netz/Werk/Kulturtechniken hat sich darüber hinaus die gesellschaftlich relevante Aufgabe gesetzt, einen Transfer von kulturpädagogischen Arbeitsweisen und Vermittlungsformen (Schreibstile, Verknüpfungstechniken, Gliederungsschemata, Metaphern, ästhetische Modelle, Sprach- Zeichen- und Kommunikationsmodelle, Aufführungs- und Präsentationspraktiken) in entsprechende Netzwerk-Diskurstechniken vorzunehmen. Eine Erweiterung der in der Kulturpädagogik einmalig praktizierten Interdisziplinarität in intermediale Praxisfelder erschließt neue Perspektiven für kulturelle Vermittlungs- und Produktionsformen.