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Tholen/Zwischen alten und neuen Medien

Daß sich ein historisch je neues Medium mit usurpativer Gewalt ein traditionelles unterwarf, ist, medienhistorisch gesehen, keine neue Erfahrung. Ebenso wenig neu ist, daß dies aus medientechnischen Gründen stets mißlang und mißlingen mußte. So hatte bereits die Fotografie ihr eigenes `Wesen' verfehlt, als sie in ihren ersten Anfängen die Tafelmalerei mimetisch verdoppelte bzw. ihren Platz einnehmen wollte. So hatte der Film sein eigenes `Wesen' verfehlt, als er in seinen ersten Jahren versuchte, den Theaterraum in sich aufzusaugen. Alle neu auftretenden Medien waren geschichtlich von einer solchen Spaltung gezeichnet: sie rissen technisch ein Vakuum auf, das sie im selben Moment ratlos, gierig oder panisch mit älteren Medien zu füllen suchten. Dieses den Choc überspringende Rückversichern geschieht, so glaube ich, deshalb, weil das neue Medium nicht in seiner Medialität `angenommen' wurde.


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