write.in: Einladung zum Mitschreiben


write.in: Einladung zum Mitschreiben

Odysseen im Netzraum Gemeinschaftliche
Hyper-Science-fiction zu den Utopien des
Lebens um, mit und über das Netz
http://www.hyperfiction.de/
"Das Schreiben in Gesellschaft ist ein
interessantes Symptom - das noch eine große
Ausbildung der Schriftstellrey ahnden läßt. Man
wird vielleicht einmal in Masse schreiben, denken
und handeln."
(Novalis)
...

Die Schreibszene

In "write.in: Odysseen im Netzraum " wollen
wir das ungeheure Potential des Netzes, das mit
der Popularisierung und Kommerzialierung etwas
in den Hintergrund getreten ist, nämlich Werkzeug
und soziale Platform für verschiedene Formen der
Zusammenarbeit zu sein, für ein utopisches/
literarisches Projekt spielerisch einsetzen:

Ausgehend von einer "Grunderzählung" aus
verschiedenen Materialien, Anfaengen, Strängen
und Ebenen soll eine weit verzweigte Geschichte
zusammengeschrieben, -getragen und -gesammelt, in
der die Utopien, Szenarien, Wünsche und
Erfahrungen des "Lebens im und um das Netz" von
den BenutzerInnen direkt einfließen.
An jeder Stelle dieses stetig wachsenden
"Textbaumes ("treefiction") kann eingehakt,
weitergeschrieben, eine Umleitung eingeschlagen,
können Kommentare, eigene Ideen eingefügt
werden. Auch neue Erzählstränge können begonnen
werden:
es entsteht ein offener Imaginationsraum, der sich
beim "Einspinnen" ins Netz auftut, Straßen und
Wege, die sich beim Gehen und Umherschweifen erst
Herausbilden ... der Weg ist das Ziel.

Cut-up

Wort fällt ... Foto fällt ... Straßen aufrollen
... Netzadresse einbgeben ... ... Maschine dreht
durch ... das Realitätsstudio stürmen ... die
Bandmaschine läuft ... Durchbruch in den Grauen
Raum ... das Netz hängt ... Foto fällt ... Wort
fällt ... Der Realitätsfilm gibt nach und beult
sich aus wie ein Schott kurz vor dem Bersten.. die
Zeiger stehen auf HYPER ... Eingänge freikämpfen
Wortverbindungen druchschneiden ... die
Zeitmaschine dreht durch und setzt wahnwitzige
Befehle und Gegenbefehle ab - elektrische Stürme
der Gewalt fegen über den Planeten ... Nachbilder
der blinkenden Wörter tanzen über meine Augen u
nd die gerunzelte Stirn ...
Ich starte das cutup Programm ... Eine silberne
Wörterflut sprudelte durch mein Blickfeld, als
sich die Matrix - 3D-Schachbrett, endlos und
völlig transparent - in meinem Kopf zu entfalten
beginnt. Das Schreibprogramm scheint ins Wanken
zu geraten, ein Textbaum generiert sich, der
Assoziationsblaster läuft im Hintergrund und ich
kopiere immer wieder einzelne Textteile von meiner
Festplatte ins Netz, wo sich sich auf wundersame
Weise verbinden mit anderen Texten ...
write.in: (online)
http://www.hyperdis.de/links/

log.in (netz/kunst/werke)

ist ein von der
Arbeitsgemeinschaft Kultur im
Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach
und dem Institut für moderne Kunst Nürnberg von
Juni bis Oktober 2000 veranstaltetes Projekt, das
sich mit "Netzkunst" im weitesten Sinne
auseinandersetzt und den Ballungsraum der vier
beteiligten Städte selbst als Netz begreift,
dessen Strukturen von Kuntsprojekten besetztm
genutzt und verändert werden können.
http://www.kubiss.de/log.in/

team & Kooperationenen

Heiko Idensen ( http://www.hyperdis.de) betreut und
begleitet das Projekt zusammen mit Frank Kilian.
Die Textdatenbank und Schreiboberfläche läuft
auf dem Gvoon-Server von Arthur Schmidt
http://www.gvoon.de(), auf dem auch andere
kollaborative Kunst-Projekte angesiedelt sind.
Die Programmierung der Server-Software für den
hypertext-tree ist entwickelt worden von Regan
King (raking@earthlink.net), einem Spezialisten
für telematisch orientiertes kooperatives
Arbeiten.
Eine kollaborative Enzyklopädie wird entwickelt
von Rene Bauer und Joachim Maier
unter: http://www.nic-las.com/enzyklopaedie/
nic-las (http://www.nic-las.com) ist eine autopoetische
Informationslandschaft mit offenem Design und
vielfältigen Verknüpfungsmöglichkeiten.
Dank an Dirk Schröder
(http://literatur.lake.de/) für die Schenkung
der Hyperfiction-Domain.
(http://www.hyperfiction.de)

Projektverlauf:

Pressekonferenz log.in/write.in

am 5.7. 2000, 11.00 Uhr
Zur Eröffnung der log.lounge Erlangen

die Region als Vernetzung

Das Sympatische und vielleicht "zeitgemäße" am
gesamten log.in-Projekt ist der Gedanke der
Vernetzung, der auf den verschiedensten Ebenen von
Kunst-, Kommunikations- und Medien
(-Kunst)-Projekten ins Spiel gebracht wird
... und

auf vielfältige Art und Weise auf den
(kulturellen) Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen
und Schwalbach (zurück-)projiziert wird: reale
Vernetzung der Regionen durch Verkehr udn
Transport, wirtschaftliche Vernetzungen des
lokalen Wirtschaftsraumes und nicht zuletzt
kulturelle Vernetzungen ... .

.. Tische werden getauscht und transportiert,
Fahrscheinde des öffentlichen Nahverkehrs mit neu
erfundenen Wortern bedruckt, der städtische Raum
selbst wird zum Aktions- und Handlungsraum ...

das Netz ist die Botschaft

Wir sind also schon ein bißchen weiter als zu den
Anfangszeiten der Neuen Medien: nicht mehr das
Medium ist die Botschaft, die Verwandlung und
Transformation von einem Medium in ein anderes das
Lieblingsspiel der Medienkunst, sondern:

die Vernetzung ist die Botschaft!

die Konfigurationen verschiedener Mediensysteme,
aber - und das ist für die Communities, die sich
um die neuen vernetzten Medieum herum bilden von
enormer Wichtigkeit - auch die Umgangsformen der
NutzerInnen, die Art und Weise, in der sich die
Einzelnen an die medienverbundsysteme anschließen
hat sich im Vergleich zu dem klasischen
eindimensionalen Massernmedien fundamental
geändert.

Diesem kulturell wichtigen Effekt haben
schließlich die Planer von log.in auch Tribut
gezollt, indem sie schon im Titel eine
Aufforderung mit transportieren, sich
anzuschließen, einzuloggen - und das gilt für die
beteiligten KünstlerInnen genauso wie für die
Besucher, Zuschauer oder 'ehemaligen' Leser -
denn: solche passiven Rezipienten gibt es im
Netzwerk fürderhin nicht mehr!

Literatur im /als Netzwerk

Auch und gerade die Literatur kommt im Netzwerk
durchaus wieder zu alten - von der
Massenkommunikation 'überholten' - Qualitäten,
Strukturen und Verarbeitungsweisen sowie
ungeahnten Kommunikationsmöglichkeiten, nachdem
sie ja bekannlich von der Offensive der
Audiovisuellen Medien schon mehrfach für tot
erklärt worden ist (Stichwort: Das Ende der
Gutenberggalaxis etc. pp.

ein Text ist bekanntlich ein Gewebem ein Geflecht
aus mehreren Fasern und Strängen, die sich
überlagern, ein vielstimmiger Chor von Stimmen,
ein begehbarer Garten der 'Pfade, die sich
verzweigen' (Borges) ... ein Wurzengeflecht oder -
wie der inzwischen populär gewordene Begriff auf
der französichen postmodernen Philosophie es
ausdrückt: ein Rhizom, das von den LeserInnen und
Schreibern gleichermaßen an jeder Stelle
unterbrochen, verknüpft, gekreuzt, geschnitten,
aufgepfropft ... und verpflanzt werden kann.

Neben den nicht-hierarchischen , von Zugriffen der
Institutionen der Macht und der
kulturell-politischen Selektion befreiten neuen
vernetzten Distributionsmöglichkeiten des
Netzwerkes sind aber auch gerade die neuen
Möglichkeiten der Produktion und der generation
von Texten wirklich revolutionär und in ihrer
langfristingen Auswirkung auf unsere kulturellen
(Wissens) Systeme noch vollkommen unabsehbar ...

Mit dem Internet ist nämlich der Ort der Texte
wieder ein offener Raum geworden, so wie er sich
schon in der vorschriftlichen Phase oraler
Gesellschaften gezeigt hatte in dialogischen
Formen des Gesprächs, in kollektiven
Erzähltraditionen, ("Homer" ist ein Mythos, eine
Konstruktion von Autorschaft).

Das Internet ist jetzt vsowohl wieder ein offener
Diskursraum (newsgroups, mailing-listen,
diskussionsforen) als auch im ganz wörtlichen Sinn
ein offener Textraum, als die Netztexte wirklich
an jeder Stelle weitergeschrieben werden können,
mit Kommentaren und Randbemerkungen, mit Kritiken
versehen werden können, aber auch eigene
Argumentations- , Themen- und Erzählstränge können
von allen Teilnehmern angelegt werden -
netzspezifische Abstimmungs- nd
Bewertungsmodalitäten werden von den Communities
entwickelt ...

log.in

Somit haben die Leser und die Leserin im Netz die
Chance, sich aus der nicht selbst verschuldeten
'Unmündigkeit' der massenmedial nur noch in eine
Richtung versendeten Texte zu befreien und sich
einem utopischen Literaturbegriff (wieder)
anzunähern, wie etwa in der Nachfolge der
Surrealisten in den künstlerische-sozialen
Aufbruchsbewegungen der 60er Jahre (wieder)
propagiert wurde:

Die Literatur kann/soll von allen gemacht werden,
nciht von einem! .. so formulierte es treffend
Isidor Ducasse alisas Lautreamont, der einfach
vorliegende Texte aus dem kuturellen Reservoir
(z.b. Pascal) 'umformulierte', korrigierte ...

Die Einladung und Aufforderung zur Mitarbeit, die
mit dem gemeinschaftlichen online-Schreibprojekt
"write.in: Odysseen im Netzraum" ergeht, ist eben
genau ein Versuch, die Mythen und Utopien des
Netzwerks, die momentan einem starken Angriff
seitens eines allgemeinen ecommerce ausgesetzt
sind, zu korrigieren, umzuschreiben, eigene
Utopien, Wünsche, Erfahrungen, (An-)Forderungen an
das Internet als ein interkulturelles
intertextuelles kulturelles Netzwerk zu entwerfen.
Zwischen Wissenschaft und Fiktion:
Science/Fiction.

Dank an ....

Ich bedanke mich bei dem Projektbüro - besonders

Gudrun Wojke vom Institut für moderne Kunst, Nürnberg

- und dem Kulturamt Erlangen - Herrn Fischer und Frau Karin Lippert

... für die phantastische Organisation und Koordination ...
... ohne die nämlich auch im Netz gar nichts läuft.

Gleich geht es los -

Ganz nah an dem Motto:

Global denken, lokal schreiben, weltweit vernetzen!

log.in/write.in
....

5.7. 2000

Auftakt- und Einführungsveranstaltung

7. Juli 2000 19.00 Uhr

Pressekonferenz log.in/write.in zur Eröffnung
der log.lounge Erlangen

log.lounge media.Art.centrum,
Helmstr. 1, 91054 Erlangen
(ganz in der Nähe des Bahnhofs
direkt am Marktplazt in Erlangen)


Heiko Idensen: Odysseen der Literatur im Netz
Frank Kilian: Science/Fiction: wissenschaftliche
Fiktionen - Fiktionen der Wissenschaft


Alvar Freude, Dragan Espenschied: Assoziationsblaster
http://www.assoziations-blaster.de/

Alvar Freude ist Student der Merz
Akademie Stuttgart.
Sein aktuelles Projekt: //on.line-Demonstration\\
- für Netzbewohner und Web- Arbeiter mehr Mitsprache bei
der weiteren Entwicklung des Internet
durchzusetzen
- technische, mediale und soziale Infrastrukturen
für ein Demonstrationsrecht im Internet schaffen
http://www.online-demonstration.org/

Dragan Espenschied ist Student im 7. Semester der
Merz Akademie, Teilzeit-Rockstar , Mit-Author des
Assoziations-Blasters, Erfinder des
Schweinchen-Bookmarklets ...
http://student.merz-akademie.de/~drx/

Odysseen zum Poetenfest Erlangen

24.-25.8.00 im Kontext des "Poetenfestes" in Erlangen,
log.lounge Erlangen
Diskussionsrunden, tägliche Dauer- Schreib-worshops
(Heiko Idensen, Frank Kilian), zusätzlich:

24. 08.00

19.30 Hilfe - Ein Hypertext aus vier Kehlen

eine publikumsgesteuerte Hyper-Lesung von Susanne Berkenheger
http://www.update.ch/beluga/hilfe/hilfe.htm


25. 08.00 log.lounge Nürnberg

15:30 digitale Literatur - Dichtung Digital

Einige Vorschläge und Fragen zur Betrachtung digitaler Literatur von
Roberto Simanowski (Webpage als Bühne, Medieneigenschaften und -
wechsel, Ebenen der Autorenschaft sowie Typologien digitaler
Inszenierung)
Beiträge zur Ästhetik digitaler Literatur und Kunst
http://www.dichtung-digital.de/

16:00 Hilfe - Ein Hypertext aus vier Kehlen

eine publikumsgesteuerte Hyper-Lesung von Susanne Berkenheger
http://www.update.ch/beluga/hilfe/hilfe.htm

Abschlußveranstaltung

27.10.00 log.lounge Erlangen
Sichtung und Zusammenführung der vorliegenden Text-Netzwerke
Dauerlesung
danach: das online-Projekt läuft weiter und findet immer wieder
verschiedene Anknüpfungspunkte auf Kongressen und workshops,
z.B.

Weiterführungen


http://www.interfiction.net/
interfictions@home. Daheim im Netzwerk.
Utopien und Realitäten 'virtueller' Gemeinschaften

Kassel: 15.11.-19.11.2000


http://www.buchmaschinen.de/

ALTE ERINNERUNGEN UND IHRE NEUEN SPEICHER
Literaturhaus Frankfurt/Main: 11/2000

[social software]


http://www.le-txt.de/

hypertext-messe zur leipziger buchmesse
Leipzig, 22.3. - 24.3. 2001

netzerupdate am 13.05.01 14.00 München

Herzliche Grüße!
hei+co (idensen)
alias: hei+co@hyperdis.de
http://www.hyperdis.de/